YouTube-Kanal starten: Zielgruppe und Thema festlegen – Teil 1

Bevor Du Deinen Kanal einrichtest: Lege fest, wem Deine Videos helfen, welches Problem Du löst und welche Themen zum Start passen.

Sketchnote: Eine kleine Zielgruppe führt über eine Zielscheibe zu einem klaren Videoversprechen.

Einsteigerserie: So baue ich meinen YouTube-Kanal auf
Teil 1 von 10

Du möchtest einen YouTube-Kanal aufbauen und überlegst schon, welche Kamera Du brauchst? Fang einen Schritt früher an: Wer soll Deine Videos ansehen – und wobei sollen sie diesen Menschen helfen?

Ein klarer Anfang spart Dir später Entscheidungen. Du kannst Themen leichter auswählen, verständlichere Titel schreiben und erkennen, welche Ideen vorerst nicht zu Deinem Kanal passen. Dafür brauchst Du keine endgültige Positionierung. Eine brauchbare erste Richtung reicht.

Wähle eine konkrete Ausgangssituation

„Mein Kanal ist für alle, die sich für mein Thema interessieren“ hilft Dir beim Planen kaum. Beschreibe lieber eine Situation, die Du aus Gesprächen kennst. Was möchte jemand schaffen? Was hält diese Person gerade auf? Welche Kenntnisse kannst Du voraussetzen?

Als durchgängiges, fiktives Beispiel nehmen wir in dieser Serie einen Kanal mit Excel-Hilfe für Solo-Selbstständige. Die Zielgruppe sind Menschen, die ihre Aufträge und Ausgaben übersichtlich erfassen möchten, aber keine komplizierten Tabellen bauen wollen. Daraus entstehen andere Videos als aus dem breiten Thema „Alles über Excel“.

Notiere typische Fragen in der Sprache Deiner Zielgruppe. „Wie sehe ich, welche Rechnungen noch offen sind?“ ist ein besserer Ausgangspunkt als „Optimierung datenbasierter Prozesse“. Der konkrete Satz zeigt Dir bereits, welches Ergebnis Dein Video liefern muss.

Formuliere ein vorläufiges Kanalversprechen

Vervollständige diesen Satz: „Auf meinem Kanal zeige ich [Menschen in einer bestimmten Situation], wie sie [konkrete Aufgabe] lösen, ohne [typische Hürde].“ Das ist eine Arbeitsvorlage, kein Werbeslogan, den Du unverändert veröffentlichen musst.

Für unseren Beispielkanal könnte daraus werden: „Einfache Excel-Anleitungen für Selbstständige, die ihre Büroarbeit übersichtlicher organisieren möchten.“ Du behauptest damit kein Ergebnis für jeden Zuschauer. Du machst verständlich, mit welchen Fragen Menschen bei Dir richtig sind.

Prüfe den Satz an drei Videoideen. Passen diese Ideen erkennbar zusammen? Würde dieselbe Person mehrere davon brauchen? Falls nicht, grenze die Situation etwas enger ein. Du darfst die Richtung nach den ersten echten Rückmeldungen verändern.

Sketchnote: Eine kleine Zielgruppe führt über eine Zielscheibe zu einem klaren Videoversprechen.
Erst die Menschen und ihre Frage klären, dann das Video planen.

Setze Dir eine sinnvolle Startgrenze

Am Anfang musst Du nicht jede Seite Deines Fachgebiets zeigen. Wähle drei Themenbereiche, zu denen Du verständlich erklären und konkrete Beispiele geben kannst. Für den Excel-Kanal wären das etwa einfache Übersichten, typische Fehler und kleine Arbeitserleichterungen.

Schreibe außerdem auf, was zunächst draußen bleibt. Vielleicht sind das komplexe Automatisierungen oder spezielle Branchenlösungen. Eine solche Grenze erleichtert Dir den Start. Interessante Ideen gehen nicht verloren: Du sammelst sie auf einer separaten Liste für später.

Verwechsle diese Entscheidung nicht mit einer Prognose über Reichweite. Ein klares Thema garantiert keine Aufrufe. Es hilft Dir, Videos zu produzieren, deren Nutzen Du selbst erklären und anschließend überprüfen kannst.

Prüfe die Idee an echten Fragen

Schau in eigene Notizen, häufige Kundenfragen oder öffentlich zugängliche Diskussionen. Du suchst keine Texte zum Kopieren. Du möchtest verstehen, an welcher Stelle jemand nicht weiterkommt. Wenn Du Gespräche führst, frage nach der letzten konkreten Situation statt nach allgemeinen Wünschen.

„Wann hat Dich Deine Rechnungsliste zuletzt genervt?“ bringt meist eine anschaulichere Antwort als „Würdest Du Excel-Videos gut finden?“. Halte die Formulierung fest und prüfe, ob Du darauf in einem einzelnen Video eine brauchbare Antwort geben kannst.

Deine Aufgabe für heute

  • Beschreibe eine Person in einer konkreten Ausgangssituation.
  • Formuliere Dein vorläufiges Kanalversprechen in einem Satz.
  • Sammle drei passende Fragen und zwei Themen, die vorerst nicht dazugehören.

Dein Ergebnis ist eine kleine Arbeitsnotiz, kein fertiges Markenkonzept. Im nächsten Teil richtest Du den Kanal so ein, dass diese Richtung auch für neue Besucher erkennbar wird.

Die zehn Teile dieser Einsteigerserie
  1. YouTube-Kanal starten: Zielgruppe und Thema festlegen (dieser Artikel)
  2. YouTube-Kanal einrichten: Name, Profil und Beschreibung
  3. Die ersten YouTube-Themen finden: Aus Fragen wird ein Videoplan
  4. YouTube-Technik für Einsteiger: Mit Smartphone, gutem Ton und Licht starten
  5. Ein einfaches YouTube-Skript schreiben: Einstieg, Erklärung, nächster Schritt
  6. Das erste YouTube-Video aufnehmen: In kurzen Abschnitten sicher starten
  7. YouTube-Videos einfach schneiden: Eine klare Erklärung statt vieler Effekte
  8. YouTube-Titel und Vorschaubild gestalten: Klar zeigen, worum es geht
  9. Das erste YouTube-Video hochladen: Einstellungen in Ruhe prüfen
  10. YouTube-Kanal weiterentwickeln: Auswerten und mit einem einfachen Plan dranbleiben