Vier bis sechs Bücher im Jahr

Bevor es Kolophon gab, haben wir drei zusammen in größeren Häusern gearbeitet. Dort lief es immer gleich: Am Anfang eines Jahres steht die Zahl der Titel fest, und die Zeit pro Buch wird das, was übrig bleibt. Läuft die Saison eng, schrumpft die Zeit fürs einzelne Manuskript mit. Das hat uns dreien nie gefallen.

2019 haben wir Kolophon gegründet und die Rechnung umgedreht. Bei uns steht die Zeit fest, vier bis sechs Bücher im Jahr, und die Titelzahl ist das Ergebnis. Nicht umgekehrt.

Was das im Alltag bedeutet

Jedes Manuskript, das wir annehmen, liest Elske, Bruno und Yara. Alle drei, nicht nur eine Lektorin, die dann berichtet. Jeder Satz geht anschließend durch ein Lektorat und ein Korrektorat, beides von Menschen gemacht, keine Software dazwischen. Gesetzt wird im Haus, von Bruno selbst, gelernter Schriftsetzer.

Das kostet Zeit, die sich in größeren Programmen nicht mehr findet. Bei unverlangt eingesandten Manuskripten dauert allein die Rückmeldung drei bis vier Monate, weil wir sie neben dem laufenden Programm lesen. Wer in dieser Zeit anderswo unterkommt, hat oft die bessere Wahl getroffen. Das sagen wir Autorinnen und Autoren auch so, wenn sie fragen.

Die Kehrseite

Vier bis sechs Bücher heißt: Wir sagen ständig Nein zu Manuskripten, die uns gut gefallen. Nicht weil sie schlecht wären, sondern weil kein Platz im Programm ist. Das fällt uns bei jedem einzelnen schwer, und es wird nicht leichter mit den Jahren.

Der Ausgleich ist, dass jedes Buch, das wir machen, die volle Zeit bekommt, die es braucht. Wir kennen keinen anderen Weg, Bücher zu machen, die wir selbst noch mögen, wenn sie fertig sind.